Selina Günther - Ausgefallen

Selina Günther - Ausgefallen

Julia Lenartz - Digitale und analoge Letterings Du liest Selina Günther - Ausgefallen 9 Minuten

Hi Selina, schön dich hier zu haben. Erzähl uns ein bisschen von dir, was du so machst, wer du so bist etc. Leg einfach mal los…

Ja hi, ich bin Selina. In 2018 habe ich mit dem Thema Handlettering angefangen und damit ein neues Hobby entdeckt. Kreativ war ich eigentlich schon immer, aber das Lettern hat erst 2018 angefangen, nachdem ich mir ein Buch dazu gekauft hatte. So habe ich für mich ein neues Hobby gefunden und das Ganze noch weiter ausgebaut mit den Themen Watercolor und Aquarellmalerei

Weisst du noch welches Buch das war?

Ja, das war von der Frau Hölle. Ich bin durch einen Buchladen gelaufen und habe das Buch entdeckt. Damals gab es noch nicht so viele Bücher zu dem Thema und ihres war eines der ersten. Ich fand das direkt interessant und habe es mir dann gekauft und mich damit beschäftigt.

 

Jeder kann so sein, wie er möchte.

Beschreibe uns ein bisschen wie das genau angefangen hat, wie hast du damit losgelegt?

Erstmal habe ich mir noch Stifte dazugeholt, das Buch durchgeblättert und die Übungen darin gemacht und ausprobiert. Ich bin so ein Mensch, ich probiere das gerne selbst aus und eigne mir neue Dinge selbst an. Mir hat das direkt Spaß gemacht und gerade am Anfang sieht man ja auch schnell Erfolge. Und so bin ich auf die Idee gekommen das Ganze auch online zu teilen.

Wo bist du jetzt online überall aktiv damit?

Auf Facebook, Instagram und TikTok. Das meiste derzeit auf Instagram und TikTok. Auf Instagram läuft in dem Bereich recht viel und TikTok bin ich gerade noch am Aufbauen.

Verfolgst du ein bestimmtes Ziel, weshalb du deine Bilder online teilst?

Nein, eigentlich mache ich das nur für mich selbst. Anfangs habe ich gedacht ich möchte eine riesen Reichweite aufbauen, aber mittlerweile bin ich nur noch für mich selbst kreativ. Ich stelle die Bilder zwar online aber mache das vornehmlich um herunterzukommen, abzuschalten und zu entspannen.

Ich bin ein Mensch der nicht so “mit der Welle” geht, sondern gerne sein eigenes Ding macht. Oft ist es auf Instagram - vor allem bei manchen Challenges so -, dass massenweise Bilder gepostet werden, aber am Ende die Qualität darunter leidet. Ich möchte lieber meinen eigenen Stil zur Geltung bringen und das Kreative ausleben was ich in mir steckt, statt “auf Masse” zu produzieren. Das ist auch etwas, das ich anderen gerne mitgeben möchte. Ich glaube nicht, dass es darum geht jeden Tag um 16 Uhr (oder wann auch immer) ein Bild zu posten mit dem Ziel jede Menge Follower zu bekommen. Vor allem nicht, wenn dabei die eigene Kreativität vernachlässigt wird. Ich möchte, dass das was ich mache erkennbar ist und meinen eigenen Stil transportiert statt einfach nur Einheitsbrei zu produzieren.

 

Wie würdest du deinen eigenen Stil beschreiben?

Eigentlich genau so, wie ich selbst auch bin. Ausgefallen,abwechslungsreich und immer auf der Suche nach neuen Dingen, die mich inspirieren.

Beschreibe uns ein bisschen, wie hast du diesen Stil für dich gefunden?

Das war Mitte letztes Jahres würde ich sagen. Da habe ich für mich selbst gesagt, dass ich nur noch mache was mir selbst auch wirklich gefällt. Nur noch das posten, was mich selbst mit der Kunst verbindet.Ich finde aktuell sieht man vieles, das gleich oder sehr ähnlich aussieht. Das ist auch gut, da viele Anfänger dabei sind und man sich erstmal selbst finden muss. Doch manchmal geht das Kreative und Individuelle auch ein bisschen verloren. Besonders wenn man immer nur das macht, was “Person xyz” auch macht und sich nie darüber hinaus weiterentwickelt. Das finde ich dann schade.
Jeder kann so sein, wie er/sie möchte. Auch wenn es am Anfang schwer ist einen eigenen Stil zu haben, soll das wie ich finde immer das Ziel sein.

 

Was sind hierfür deine besten Tipps? Gerade für jemanden, der noch am Anfang steht und den eigenen Stil noch nicht gefunden hat?

Auf jeden Fall viel kreativ sein und sich viel mit sich selbst auseinandersetzen. Hinsetzen, auf Instagram oder TikTok scrollen und sich Dinge aussuchen, die einen ansprechen und dann der eigenen Kreativität freien Lauf lassen. Kreativ sein kann man lernen. Ich selbst habe früher so gut wie nie gemalt, höchstens mal ein wenig was gebastelt. Das ich selbst mal so zum Malen komme, hätte ich nie gedacht. Vieles kommt einfach mit Übung. Wenn du dir Inspiration auf Instagram, TikTok oder in Zeitschriften holst, dann kommen auch die eigenen Ideen. Und die sollte man versuchen auf Papier zu bringen. Inspiration ist sehr wichtig. Ich schaue auch regelmäßig durch meinen Newsfeed, mache Screenshots und merke mir die Dinge, die mir besonders gut gefallen.

Was sind die Accounts, die dich besonders inspirieren? Welche schaust du dir gerne an?

Stefan Kuntz, der hat einen riesen Account zum Thema Typo und Handlettering. Dem folge ich schon eine ganze Zeit. Und auf jeden Fall “Hahn über Bord”. Das ist eher im Acrybereich aber eine ganz tolle Künstlerin wo ich sage “da möchte ich auch mal hin.”

Hattest du zu Beginn eine Hürde deine eigenen Sachen online zu teilen oder war das für dich selbstverständlich?

Nein, da hatte ich gar keine Schwierigkeiten. Ich sehe das als Lern- bzw. Entstehungsprozess. Und den hat man ja überall im Leben. Man entwickelt sich weiter, je älter man wird. Daher hatte ich hierbei keinerlei Berührungsängste.

Würdest du das einem Anfänger auch empfehlen? Das “learning in public” sozusagen?

Mir hat das sehr geholfen, weil man sich sehr viel mit der Community ausgetauscht hat. Vor allem im Hinblick auf Materialien und Stile. Ich würde sagen jeder muss das für sich selbst entscheiden, wie bereit man dafür ist. Wobei ich sagen muss, dass mir z.B. noch nie jemand was blödes unter mein Bild geschrieben hat. Trotzdem sollte man sich sicher fühlen, aber es bringt einen jeden Fall weiter. Man kommt mehr aus sich selbst heraus und man kann zeigen, was in einem steckt. Natürlich ist es auch alles Arbeit, die sich lohnen soll und vor allem Spaß machen muss.
Es passiert schnell, dass ein hoher Druck entsteht und man nur noch den Fokus auf “posten, posten, posten” hat. Ich selbst habe die ersten paar Monate das gemacht, was alle anderen auch tun und bin mit dem Strom geschwommen. Bis ich dann gemerkt habe “das bin ich nicht.” Denn so bin ich im normalen Leben auch nicht. Ich lade mittlerweile nur noch etwas hoch wenn ich wirklich Lust darauf habe. Sonst blockiert mich das und meine Kreativität.

 

Wenn heute ein Anfänger zu dir kommt und dich nach deinen besten Tipps fragt… Was würdest du ihm/ihr sagen?

Auf jeden Fall viel Inspiration holen. Das ist vor allem am Anfang ganz wichtig. Egal ob durch Accounts online oder durch Bücher. Man lernt sich durch das Ganze selbst besser kennen und genau das ist auch wichtig.
Lernen was einem gefällt, und wie man sich dabei fühlt beim Malen und beim Kreativ sein. Kurse und Workshops können natürlich auch helfen und vor allem mit der Community in Kontakt treten und Fragen stellen. Gerade im Bereich Materialien, das ist ja mittlerweile ein riesen Markt, der einen Anfänger schnell überfordern kann. Gerade beim Material, da würde ich auch am Anfang nicht versuchen zu sparen. Die günstigsten Dinge sind oftmals einfach nichts. Da verdirbt man sich speziell am Anfang sehr schnell die Lust. Lieber in gutes Material investieren, statt versuchen Geld zu sparen.

Wie bist du dann auf die Skullpaper Produkte aufmerksam geworden?

Ich bin mir unsicher, in welchem Post ich die Produkte gesehen hatte doch ich fand das Logo sofort total cool. Das ist genau mein Ding. Und auch die Farben, weiß, blau und schwarz. Und dann habe ich jemanden von euch angeschrieben ob ich die Produkte mal ausprobieren darf und hab welche bekommen. Vor allem meine Lieblingsstifte, die Blackliner. Die liebe ich total und die sind bei jedem Bild mir drin. Ich benutze auch keine anderen mehr.

 

Wenn jemand von unseren Leserinnen und Lesern mit dir in Kontakt treten möchte und vielleicht auch weitere Fragen an dich hat, wo kann man das am besten tun?

Instagram. Einfach eine private Nachricht über Instagram, da erreicht man mich am besten.

Selina, vielen Dank für deine Zeit und deine tollen Tipps in diesem Interview. Gibt es noch etwas was du unseren Leserinnen und Lesern sagen willst?

Also erst einmal bin ich super happy, dass ich hier mit dabei sein darf. Vor allem weil ich die Skullpaper Produkte sehr gerne verwende und täglich im Einsatz habe.
Eine Sache fällt mir noch ein... Wenn man als Anfänger Lust hat sich mit anderen auszutauschen kann man recht einfach über ebay Kleinanzeigen oder auch über Instagram in der Nähe Leute finden. Ich selbst habe einen kleinen Handlettering-Stammtisch. Auch wenn wir uns jetzt schon eine Weile nicht sehen konnten, haben wir schon mehrfach gemeinsam Kaffee getrunken, uns ausgetauscht und gemeinsam gemalt und gelettert. Vor allem der Austausch ist super interessant und besonders als Anfänger kann man sich tolle Tipps holen. Und wenn es in der eigenen Region noch keine solche Möglichkeit gibt, dann kann man sich das auch selbst aufbauen.

Wie hast du damals deinen Stammtisch gestartet?

Ich hatte eine Bekannte, die das gemacht hat und bin so auch mit anderen kreativen in Kontakt gekommen. Irgendwann hat sich das dann auseinandergelebt und dann habe ich es übernommen. Ich habe dann alle Leute angeschrieben, die ich in dem Bereich kannte und über eine WhatsApp Gruppe unsere Treffen organisiert. Beim Arzt bin ich sogar schon einmal drauf angesprochen worden, wo mich jemand in Folge meines Instagrams erkannt hat. Sie wollte das Thema auch gerne lernen und so habe ich sie mit in die WhatsApp Gruppe eingeladen. So entstehen oft tolle Kontakte und auch Freundschaften und das macht das Ganze sehr interessant.

Vielen Dank, Selina.

 

 

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Bilder: ©Selina Günther

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